Der Forschungsverbund LemaS-Transfer präsentierte beim Jahreskongress 2026 der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) aktuelle Erkenntnisse, aber auch offene Fragen unter der Perspektive: Wie kann Veränderung in der schulischen Bildung gelingen?
Auf dem Jahreskongress 2026, der in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (SGL) vom 17. bis 19. Juni 2026 in St. Gallen stattfand, diskutierten Schweizer und internationale Wissenschaftler:innen das Leitthema des Kongresses «Bildung für eine lebenswerte Zukunft» unter verschiedenen Forschungsperspektiven.
„Leistung macht Schule“ im interdisziplinären Forschungsdialog
Prof. Dr. Gabriele Weigand vom Forschungsverbund LemaS-Transfer präsentierte die Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“ im Rahmen des Symposiums Veränderung durch Vernetzung? Netzwerke und Communities als Ansatz für Schul- und Unterrichtsentwicklung – Erfahrungen und kritische Reflexionen. Leitend war das Thema Veränderung von schulischer Bildung und die Frage, wie absichtsvolle und nachhaltige Veränderungen von Praktiken und Institutionen der Bildung gelingen können. Ziel war es, das Zusammenspiel von Veränderung und Vernetzung erfahrungsgestützt und theoretisch zu reflektieren und offene Forschungs-, Diskussions- und Entwicklungsdesiderata zu identifizieren.
Gemeinsam mit Prof. Dr. Kenneth Horvath (Kooperationspartner von LemaS-Transfer von der PHZH) stellte sie unter dem Titel Von Implementation zu Aneignung, von Transfer zu Dialog? Einsichten und Befunde aus vorliegenden Survey-und Fokusgruppen-Daten des Forschungsverbunds LemaS-Transfer vor. Weigand und Horvath verwiesen im Zusammenhang mit der Schlüsselfrage des Symposiums Veränderung durch Vernetzung? auf deutliche Befunde. Demnach führen Austausch und Vernetzung zu höherer Motivation bei den beteiligten Akteur:innen, aber auch zu höherer Wirksamkeit beim Transfer. Als Spanungsfeld wurde etwa die Frage nach der Implementationstreue in Prozessen der Aneignung von Wissen und Haltungen formuliert. Auch die Überlegung Unter welchen Bedingungen kann Skalierung über Vernetzung funktionieren? war Gegenstand der Diskussion.
Mit seiner abschließenden Frage: „Übersteigen solche Fragen nicht letztlich die Arbeit und Forschung in LemaS?“ regte Prof. Dr. Pierre Tulowitzki (PH FHNW) zum Weiterdenken an und betonte zugleich eine wichtige Erkenntnis: LemaS greift zentrale Herausforderungen auf und entwickelt wertvolle Impulse für deren Bearbeitung. Ihre nachhaltige Bewältigung weist jedoch die über die Grenzen eines einzelnen Forschungsverbunds hinaus und kann nur im Zusammenspiel vieler Akteur:innen gelingen.
