LemaS in Gesichtern – Interview mit Felix Blumenstein
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Wer sind die Menschen hinter LemaS? Was treibt sie an und welchen Herausforderungen begegnen sie im Bildungssystem? In der Reihe „LemaS in Gesichtern“ geben Wissenschaftler:innen Einblicke in ihre Arbeit im Forschungsverbund, teilen ihre persönliche Perspektive auf Begabungsförderung und zeigen, wie Wissenschaft zur Weiterentwicklung von Schule und Unterricht beitragen kann.
Heute im Gespräch: Felix Blumenstein, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Leipzig.
Schule weiterzuentwickeln bedeutet, die Menschen und ihre unterschiedlichen Bedarfe im Blick zu behalten und offen für neue Wege zu sein. Dieser Ansatz prägt auch die Arbeit von Felix Blumenstein. Schon lange bevor digitale Bildung zum bildungspolitischen Dauerthema wurde, unterstützte er Schulen dabei, neue Wege des Lehrens und Lernens zu erproben.
Seit 2014 begleitet er Lehrpersonen in Fortbildungen zur digitalen Unterrichtsgestaltung und erlebt dabei immer wieder, wie viel Veränderung möglich wird, wenn pädagogische Ideen und digitale Werkzeuge sinnvoll zusammenspielen. Für ihn ist Digitalisierung dabei kein Selbstzweck, sondern eine Chance, Lernen individueller, transparenter und wirksamer zu gestalten.
Seit 2018 bringt Felix Blumenstein diese Erfahrungen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Leipzig in den LemaS-Forschungsverbund ein. Im Teilprojekt „Individuelle Förderung mit Personalisierter Entwicklungsplanung“ (PINEO) beschäftigt er sich mit der Frage, wie Lehrpersonen die Lern- und Entwicklungsprozesse ihrer Schülerinnen und Schüler digital und systematisch erfassen, dokumentieren und begleiten können. Zu diesem Zweck ermöglicht PINEO die Erstellung personalisierter Entwicklungspläne, die individuelle Stärken, Lernziele und Entwicklungsschritte der Schüler:innen sichtbar machen und als Grundlage für eine passgenaue Förderung dienen.
Als Mitgründer der LemaS-Plattform gestaltete er außerdem deren konzeptionelle und technische Weiterentwicklung von Beginn an mit. Gemeinsam mit seinen Kolleg:innen pflegt und entwickelt er die Plattform kontinuierlich weiter, damit Schulen, Multiplikator:innen und Wissenschaftler:innen die vielfältigen Materialien, Lernkurse und Austauschmöglichkeiten optimal für ihre Arbeit nutzen können.
Im Interview spricht Felix Blumenstein über die Chancen digitaler Schulentwicklung, seine Arbeit an der LemaS-Plattform und im Teilprojekt PINEO sowie darüber, wie digitale Lösungen Lehrpersonen dabei unterstützen können, Potenziale bei allen Schülerinnen und Schülern gezielt zu erkennen und zu fördern.
Wer sind die Menschen hinter LemaS? Was treibt sie an und welchen Herausforderungen begegnen sie im Bildungssystem? In der Reihe „LemaS in Gesichtern“ geben Wissenschaftler:innen Einblicke in ihre Arbeit im Forschungsverbund, teilen ihre persönliche Perspektive auf Begabungsförderung und zeigen, wie Wissenschaft zur Weiterentwicklung von Schule und Unterricht beitragen kann.
Heute im Gespräch: Felix Blumenstein, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Leipzig.
Schule weiterzuentwickeln bedeutet, die Menschen und ihre unterschiedlichen Bedarfe im Blick zu behalten und offen für neue Wege zu sein. Dieser Ansatz prägt auch die Arbeit von Felix Blumenstein. Schon lange bevor digitale Bildung zum bildungspolitischen Dauerthema wurde, unterstützte er Schulen dabei, neue Wege des Lehrens und Lernens zu erproben. Seit 2014 begleitet er Lehrpersonen in Fortbildungen zur digitalen Unterrichtsgestaltung und erlebt dabei immer wieder, wie viel Veränderung möglich wird, wenn pädagogische Ideen und digitale Werkzeuge sinnvoll zusammenspielen. Für ihn ist Digitalisierung dabei kein Selbstzweck, sondern eine Chance, Lernen individueller, transparenter und wirksamer zu gestalten.
Seit 2018 bringt Felix Blumenstein diese Erfahrungen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Leipzig in den LemaS-Forschungsverbund ein. Im Teilprojekt „Individuelle Förderung mit Personalisierter Entwicklungsplanung“ (PINEO) beschäftigt er sich mit der Frage, wie Lehrpersonen die Lern- und Entwicklungsprozesse ihrer Schülerinnen und Schüler digital und systematisch erfassen, dokumentieren und begleiten können. Zu diesem Zweck ermöglicht PINEO die Erstellung personalisierter Entwicklungspläne, die individuelle Stärken, Lernziele und Entwicklungsschritte der Schüler:innen sichtbar machen und als Grundlage für eine passgenaue Förderung dienen.
Als Mitgründer der LemaS-Plattform gestaltete er außerdem deren konzeptionelle und technische Weiterentwicklung von Beginn an mit. Gemeinsam mit seinen Kolleg:innen pflegt und entwickelt er die Plattform kontinuierlich weiter, damit Schulen, Multiplikator:innen und Wissenschaftler:innen die vielfältigen Materialien, Lernkurse und Austauschmöglichkeiten optimal für ihre Arbeit nutzen können.
Im Interview spricht Felix Blumenstein über die Chancen digitaler Schulentwicklung, seine Arbeit an der LemaS-Plattform und im Teilprojekt PINEO sowie darüber, wie digitale Lösungen Lehrpersonen dabei unterstützen können, Potenziale bei allen Schülerinnen und Schülern gezielt zu erkennen und zu fördern.
Herr Blumenstein, woran arbeiten Sie derzeit im LemaS-Forschungsverbund?
Meine Tätigkeit in LemaS umfasst derzeit zwei Arbeitsbereiche. Zum einen koordiniere ich die Digitalisierung des Gesamtvorhabens und verantworte, dass die Arbeit an den zentralen technischen Systemen wie der Website und der LemaS-Plattform voranschreitet und sich an den Bedarfen der jeweiligen Zielgruppen orientiert. Dazu zählt ebenfalls die Unterstützung des Forschungsverbunds bei der Weiterentwicklung der Fortbildungsangebote in den Lernkursen und Workspaces.
Zum anderen bin ich im Teilprojekt PINEO tätig. Während in der LemaS-Digitalisierung gegenwärtig mit hoher Priorität an der Weiterentwicklung der neuen Plattformversion gearbeitet wird, befindet sich die neue PINEO-Variante derzeit in der Erprobung. Im Rahmen von PINEO erfolgt aktuell das Onboarding einer großen Anzahl neuer Schulen aus Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und weiteren Bundesländern, die ab Herbst mit der neuen PINEO-Web-App starten wollen.
Welche Fragen stehen im Mittelpunkt Ihrer wissenschaftlichen Arbeit?
Ein zentrales Anliegen meiner Arbeit besteht darin, zu verstehen, an welcher Stelle des Bildungssystems welche digitalen Technologien in welcher Weise eingesetzt werden müssen, um Lernen individueller, zielgerichteter und erfolgreicher zu gestalten. Daran schließt sich die Frage an, wie bestehende Systeme so transformiert werden können, dass technologiegestütztes Arbeiten allen beteiligten Akteuren zugutekommt.
Herr Blumenstein, was zeichnet das Begabungsverständnis von LemaS aus – und warum ist es aus Ihrer Sicht für die Zukunft unseres Bildungssystems so bedeutsam?
LemaS leistet aus meiner Sicht einen sehr wertvollen Beitrag zur Inklusionsdebatte in Deutschland.
Der in LemaS gelebte Begabungsbegriff ist vielfältig angelegt und bestärkt Pädagog:innen darin, Begabungen bei allen Schüler:innen zu identifizieren – unabhängig davon, wo diese sich im allgemeinen Leistungsspektrum verorten lassen.
Diese Perspektive erachte ich für die praktische Arbeit als ausgesprochen bereichernd, da sie einen wichtigen Baustein für eine Schulrealität darstellt, in der Inklusion als gelebter individueller Blick auf jede:n Schüler:in verstanden wird und nicht als Synonym für Integration oder Nachteilsausgleich.
Wo sehen Sie aktuell den größten Handlungsbedarf in der deutschen Bildungslandschaft?
Bildung besitzt politisch nicht die Relevanz, die ihr zukommen sollte. Trotz aller Lippenbekenntnisse ist die allgemeine Ressourcenlage an vielen Schulen prekär, und angesichts der Entwicklung der politischen Stimmungslage im Land ist eher mit einer Verschärfung als mit einer Verbesserung dieser Problematik zu rechnen. Aus diesem Grund bedarf es tragfähiger Ansätze, um aus den vorhandenen Ressourcen den größtmöglichen Nutzen zu erzielen.
Zum Schluss werfen wir einen Blick in die Zukunft: welchen zentralen Impuls setzt LemaS aus Ihrer Sicht für die Schule von morgen?
LemaS verändert den Blick auf Begabung: weg von einer Zuschreibung an wenige, hin zu einer Aufgabe, Potenziale bei allen Schüler:innen zu erkennen und mit technologiegestützten Ansätzen auch unter knappen Ressourcen gezielt zu fördern.
Vielen Dank für das Gespräch!
Herr Blumenstein, woran arbeiten Sie derzeit im LemaS-Forschungsverbund?
Meine Tätigkeit in LemaS umfasst derzeit zwei Arbeitsbereiche. Zum einen koordiniere ich die Digitalisierung des Gesamtvorhabens und verantworte, dass die Arbeit an den zentralen technischen Systemen wie der Website und der LemaS-Plattform voranschreitet und sich an den Bedarfen der jeweiligen Zielgruppen orientiert. Dazu zählt ebenfalls die Unterstützung des Forschungsverbunds bei der Weiterentwicklung der Fortbildungsangebote in den Lernkursen und Workspaces.
Zum anderen bin ich im Teilprojekt PINEO tätig. Während in der LemaS-Digitalisierung gegenwärtig mit hoher Priorität an der Weiterentwicklung der neuen Plattformversion gearbeitet wird, befindet sich die neue PINEO-Variante derzeit in der Erprobung. Im Rahmen von PINEO erfolgt aktuell das Onboarding einer großen Anzahl neuer Schulen aus Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und weiteren Bundesländern, die ab Herbst mit der neuen PINEO-Web-App starten wollen.
Welche Fragen stehen im Mittelpunkt Ihrer wissenschaftlichen Arbeit?
Ein zentrales Anliegen meiner Arbeit besteht darin, zu verstehen, an welcher Stelle des Bildungssystems welche digitalen Technologien in welcher Weise eingesetzt werden müssen, um Lernen individueller, zielgerichteter und erfolgreicher zu gestalten. Daran schließt sich die Frage an, wie bestehende Systeme so transformiert werden können, dass technologiegestütztes Arbeiten allen beteiligten Akteuren zugutekommt.
Herr Blumenstein, was zeichnet das Begabungsverständnis von LemaS aus – und warum ist es aus Ihrer Sicht für die Zukunft unseres Bildungssystems so bedeutsam?
LemaS leistet aus meiner Sicht einen sehr wertvollen Beitrag zur Inklusionsdebatte in Deutschland.
Der in LemaS gelebte Begabungsbegriff ist vielfältig angelegt und bestärkt Pädagog:innen darin, Begabungen bei allen Schüler:innen zu identifizieren – unabhängig davon, wo diese sich im allgemeinen Leistungsspektrum verorten lassen.
Diese Perspektive erachte ich für die praktische Arbeit als ausgesprochen bereichernd, da sie einen wichtigen Baustein für eine Schulrealität darstellt, in der Inklusion als gelebter individueller Blick auf jede:n Schüler:in verstanden wird und nicht als Synonym für Integration oder Nachteilsausgleich.
Wo sehen Sie aktuell den größten Handlungsbedarf in der deutschen Bildungslandschaft?
Bildung besitzt politisch nicht die Relevanz, die ihr zukommen sollte. Trotz aller Lippenbekenntnisse ist die allgemeine Ressourcenlage an vielen Schulen prekär, und angesichts der Entwicklung der politischen Stimmungslage im Land ist eher mit einer Verschärfung als mit einer Verbesserung dieser Problematik zu rechnen. Aus diesem Grund bedarf es tragfähiger Ansätze, um aus den vorhandenen Ressourcen den größtmöglichen Nutzen zu erzielen.
Zum Schluss werfen wir einen Blick in die Zukunft: welchen zentralen Impuls setzt LemaS aus Ihrer Sicht für die Schule von morgen?
LemaS verändert den Blick auf Begabung: weg von einer Zuschreibung an wenige, hin zu einer Aufgabe, Potenziale bei allen Schüler:innen zu erkennen und mit technologiegestützten Ansätzen auch unter knappen Ressourcen gezielt zu fördern.
Vielen Dank für das Gespräch!
Felix Blumenstein ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Leipzig und im Kontext von „Leistung macht Schule“ (LemaS) insbesondere mit den Themen individuelle Förderung, personalisierte Entwicklungsplanung (PINEO) und Digitalisierung befasst. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Frage, wie Personalisierte Entwicklungspläne als digitales Instrument genutzt werden können, um Begabungen und individuelle Potenziale von Schülerinnen und Schülern gezielt zu beobachten, zu dokumentieren und zu fördern. Darüber hinaus beschäftigt er sich intensiv mit digitaler Unterrichtsgestaltung: Seit 2014 führt er Fortbildungen zur digitalen Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen durch.

