Potenzial- und Begabungsförderung im Sprachenunterricht: LemaS-Transfer auf zwei Fachtagungen
Wie lassen sich Potenziale und Begabungen im Sprachenunterricht fördern und entsprechende Konzepte nachhaltig in die Schulpraxis übertragen? Zu diesen Fragen präsentierten Forschende Erkenntnisse ihrer Arbeit in LemaS-Transfer im September 2026 auf Fachtagungen in Innsbruck und in Halle (Saale).
Interaktion, Inklusion und Innovation: LemaS-Transfer auf der ÖGSD-Tagung 2026
Vom 23. bis 25. September 2026 fand an der Universität Innsbruck die Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Sprachendidaktik (ÖGSD) statt. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen des Sprachenunterrichts. In ihrer Keynote „Innovation(en) im (Fremd-)Sprachunterricht: Wer trägt sie (ins System) und wer verträgt sie?“ beleuchtete Prof. Dr. Barbara Hinger die Chancen und Herausforderungen von Innovationen im Bildungssystem.
Auch der Forschungsverbund LemaS-Transfer war mit zwei Beiträgen beim ÖGSD vertreten. PD Dr. Beate Laudenberg von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe ist Projektleitung der Schwerpunkte „sprachlich-rhetorische Kommunikation“ und „literarisches Schreiben“ im Inhaltscluster 4 und stellte unter dem Titel „Komplexe Schreibimpulse im inklusiven (Fremd-)Sprachenunterricht“ das imitativ-variative Schreiben vor. Der Ansatz zeigt, wie komplexe Aufgaben zur Potenzial- und Begabungsförderung im Deutsch- und Englischunterricht eingesetzt werden können.
Dr. Claudia Müller, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Potsdam im Schwerpunkt „Begabungsförderung im Fach Englisch“ in LemaS-Transfer tätig ist, präsentierte ein Professionalisierungskonzept zu „Komplexen Aufgabe“ und erste Ergebnisse einer Längsschnitt-Interviewstudie mit Multiplikator:innen. Diese untersucht, wie potenzialorientierte und begabungsförderliche Konzepte und Materialien in weitere Schulen übertragen werden und welche Bedingungen ihre erfolgreiche Umsetzung unterstützen.
Die Beiträge stießen auf Interesse und boten Anknüpfungspunkte für den fachlichen Austausch. Weitere Themen der Tagung waren unter anderem Design-Based Research, künstliche Intelligenz, Differenzierung, Individualisierung und Professionalisierung.
Begabungsförderung und Transfer beim Symposion Deutschdidaktik
Vom 20. bis 23. September 2026 fand in Halle (Saale) das Symposion Deutschdidaktik (SDD) unter dem Motto „MEHR als SPRACHE: Deutschdidaktik in Zeiten gesellschaftlicher Transformation“ statt. Auch hier wurden Ergebnisse derselben Längsschnitt-Interviewstudie vorgestellt. Dr.in Andrea Wetterauer und Caterina Mempel, wissenschaftliche Mitarbeitende im Inhaltscluster 4, präsentierten dazu ein Poster mit dem Titel „Potenzial- und Begabungsförderung im Sprachenunterricht: Professionalisierungsprozesse von Lehrpersonen in der Transferphase von ,Leistung macht Schule‘ (LemaS-Transfer)“.
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass ein gelingender Transfer mehr erfordert als die Weitergabe von Materialien. Entscheidend sind unter anderem die persönliche Begleitung durch Multiplikator:innen, Möglichkeiten zur Hospitation sowie die curriculare und institutionelle Verankerung der Konzepte. Das Poster (s.u.) bietet vertiefende Einblicke in das Forschungsdesign, die bisherigen Erkenntnisse und offene Fragen zur nachhaltigen Umsetzung in der Schulpraxis.
Beide Tagungen boten Gelegenheit, Konzepte und Forschungsergebnisse aus LemaS-Transfer vorzustellen und mit der Fachöffentlichkeit über Potenzial- und Begabungsförderung im Sprachenunterricht ins Gespräch zu kommen.
