Schulleitungstagung an der PH Karlsruhe
Auf die Haltung kommt es an
Am 19. März kamen auf Einladung des Regionalzentrums Süd des Forschungsverbunds LemaS-Transfer Schulleitungen aus Baden-Württemberg und Bayern an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe zusammen. Unter dem Motto „Zwischen Vision, Mission und gelebter Praxis. Wie Schulleitung Transfer ermöglicht“ bot die Veranstaltung ein Programm, das Austausch, Reflexion und konkrete Impulse für die begabungs- und leistungsfördernde Schulentwicklung miteinander verband.
Schulleitungen aus Transfer- und Multiplikatorschulen nutzten die Gelegenheit, ihre zentrale Rolle im Transferprozess zu reflektieren: Wie kann Potenzialförderung nachhaltig an der eigenen Schule verankert und in Netzwerke getragen werden? Welche Haltungen braucht es, um Schulentwicklung wirksam zu gestalten?
Haltung als Ausgangspunkt von Schulentwicklung
Bereits in der Begrüßung machte Prof. Dr. Gabriele Weigand, die gemeinsam mit JProf. Dr. Sebastian Engelmann das RZ Süd leitet, deutlich, worauf es dabei ankommt: Begabungs- und leistungsfördernde Schulentwicklung ist eine Frage der Haltung. Die gelebte Praxis an den LemaS-Schulen sei dabei das stärkste Argument – für andere Schulen ebenso wie für Bildungspolitik. Sie zeige, dass Potenzialförderung im Kern von Schule und Unterricht verankert werden kann und muss.
Auch die beiden Keynotes griffen dieses Thema auf. Dr. Niels Anderegg (Leiter des Zentrums Management und Leadership an der Pädagogischen Hochschule Zürich) veranschaulichte Führungshandeln mit der Metapher des Feuers: Schulleitungen entfachen, erhalten und steuern Entwicklungsprozesse. Dabei wurde deutlich, dass Führung nur dann wirksam ist, wenn auch die Potenziale im Kollegium erkannt und gefördert werden. Bildungsgerechtigkeit ist kein Zufall, sondern erfordert systematisches Handeln. Die abschließende Keynote von Jan Vedder (Autor, Schulentwickler und Lehrer an der Oberschule in Berenbostel, vedducation.de) richtete den Blick in die Zukunft von Schule. Zwischen Digitalisierung, veränderten Lernanforderungen und tradierten Strukturen plädierte er für einen echten Lernkulturwandel. Selbstwirksamkeit, eigenständiges Lernen und Mitgestaltung wurden als zentrale Elemente einer zukunftsfähigen Schule hervorgehoben – getragen von einer klaren pädagogischen Haltung.
Impulse für die Praxis und Austausch im Netzwerk
In fünf Workshops wurden am Mittag zentrale Aspekte der Schulentwicklung vertieft:
- Ein Planspiel zur gemeinschaftlichen Schulführung machte Führungsprozesse erlebbar ( Niels Anderegg).
- Ein Workshop zur Rolle von Promotor:innen zeigte, wie Engagement im Kollegium gezielt gestärkt werden kann ( Mirjam Maier-Röseler & Jasmin Kolb).
- Einblicke in die Forschung von LemaS-Transfer verbanden wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Erfahrungen von Schulleitungen ( Dr. Gabriele Weigand & Dr. Anne Bödicker).
- Mit dem Ansatz des Ripple-effect-mappings wurden Entwicklungsprozesse und ihre Wirkungen sichtbar gemacht ( Martina von Gehlen).
- Und schließlich stand die innerschulische Kooperation im Fokus, als zentrale Grundlage für nachhaltige Schul- und Unterrichtsentwicklung (Enkeleta Shtërbani).
Das Barcamp-Format eröffnete darüber hinaus Raum für partizipativen Austausch. Entlang zentraler Themenfelder diskutierten die Teilnehmenden konkrete Fragen aus ihrer Praxis, entwickelten Ideen weiter und nahmen neue Perspektiven mit in ihre Schulnetzwerke.
Haltung sichtbar machen und wirksam gestalten
Die Tagung hat eindrücklich gezeigt, wie eng Haltung und Handlung miteinander verbunden sind. Schulleitungen gestalten nicht nur Strukturen, sie prägen auch die Kultur von Schule. Der Austausch, die gemeinsamen Reflexionen und die vielfältigen Impulse haben dazu beigetragen, sich dieses bewusst zu machen. Auf die Haltung kommt es an – Sie ist der Ausgangspunkt für Veränderung, die Grundlage für Transfer und der Schlüssel für eine begabungs- und leistungsfördernde Schule.






























































