LemaS-Transfer vom Ende her denken
Wie gelingt nachhaltiger Transfer in einem bundesweiten Bildungsprogramm? Und was bleibt von „Leistung macht Schule“, wenn die zweite Phase Ende 2027 ausläuft? Mit diesen Fragen traf sich der gesamte Forschungsverbund LemaS-Transfer an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Leitende sowie wissenschaftliche Mitarbeitende von 16 beteiligten Hochschulen, arbeiteten zwei Tage intensiv unter dem Motto „LemaS-Transfer vom Ende her denken“ zusammen.
Forschung als Kernthema
Im Mittelpunkt stand die Forschung zu und in LemaS-Transfer. Diskutiert wurden erste Einblicke in die Ergebnisse des zweiten LemaS-Surveys sowie zentrale Impulse aus der Begleitforschung und der formativen Evaluation. Zudem ging es um Erörterung theoretischer Modelle zu grundlegenden Fragen und konzeptionellen Weiterentwicklungen, die aus bisherigen Erkenntnissen in LemaS und LemaS-Transfer entstanden sind. Auf mehr als 20 Postern präsentierten die wissenschaftlichen Teams der Regionalzentren und der vier Inhaltscluster ihre Forschungsprojekte, aber auch Qualifikationsvorhaben einzelner Nachwuchswissenschaftler:innen wurden vorgestellt. Die Postersession machte die Breite der Transfer- und Implementationsforschung sichtbar und bestärkte den Austausch und weitere, auch interdisziplinäre Kooperationen innerhalb des Forschungsverbunds.
Im anschließenden Barcamp wurden Leitfragen aufgegriffen und vertiefend diskutiert:
- Wo gibt es Verbindungslinien und Vernetzungsmöglichkeiten zwischen einzelnen Forschungsprojekten und dem LemaS-Survey?
- Welche der leitenden Forschungsfragen in LemaS-Transfer werden bereits fundiert bearbeitet und mit welchen Erkenntnissen ist bis Frühjahr oder Sommer 2027 zu rechnen? Wo zeigen sich Forschungslücken?
- Welche weiterführenden Fragen ergeben sich aus den laufenden Projekten?
Deutlich wurde, wie vielfältig die Forschung in Lemas ist, aber auch, wie stark einige der Forschungsvorhaben aufeinander bezogen sind und wie zentral auch mit Blick auf Synergien und Nachhaltigkeit eine gemeinsame Verständigung über Ziele, Begriffe und Transferstrategien ist.
Was bleibt von LemaS?
Passend zum Motto diskutierten die Teilnehmenden in Fokusgruppen die Fragen:
Was bleibt von LemaS? Und: Wo positionieren wir uns zwischen gemeinsamem Verständnis und offenen Spielräumen in unterschiedlichen Forschungsansätzen und in der Kommunikation mit anderen Akteuren?
Die Diskussionen waren konstruktiv und von großer gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Einigkeit bestand darin, dass mit Blick auf die Praxis der Schulen der Kern von „Leistung macht Schule“ bleibt: eine gemeinsame Haltung zur personorientierten Potenzialförderung als Grundkonzept von Schule und Unterricht. Diese Haltung verbindet die unterschiedlichen Arbeitsbereiche und vielfältigen Akteur:innen der Bund-Länder-Initiative und bildet das Fundament für die weitere Transferarbeit. Gleichzeitig herrschte Konsens darüber, die Theorie-Praxis-Brücke, die immersive Forschungsstrategie und die partizipativen Forschungsansätze in LemaS-Transfer künftig weiter zu verfolgen.

Plattform und Jahrestagung 2026
In einem Workshop des Digitalisierungsteams setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit der LemaS-Plattform auseinander. Im Fokus standen die dort entstehenden Kurse und P³rodukte sowie die Frage, wie diese Angebote nachhaltig für Schulnetzwerke, Landesinstitute und Qualitätseinrichtungen der Länder nutzbar gemacht werden können. Auch Überlegungen der Verknüpfung mit bestehenden Landesplattformen oder anderen großen, länderübergreifenden Plattformen wurden angestellt.
Neben den Forschungsthemen wurden auch konkrete nächste Schritte vereinbart, unter anderem mit Blick auf die große gemeinsame Jahrestagung mit allen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der LemaS-Schulen im September 2026 in Berlin. Ursprünglich als digitales Treffen geplant, haben die Begleitforschung und auch die Erfahrungen gezeigt, dass persönlicher Austausch und gemeinsame Reflektion zentrale Gelingensbedingungen für die Zusammenarbeit sind.
Nachhaltigkeit im Blick
Alles kreiste um die zentrale Idee, Erkenntnisse, Ergebnisse und Erfahrungen so aufzubereiten, dass sie langfristig Wirkung entfalten – in der Schulpraxis ebenso wie in groß angelegten Bildungs- und Forschungsprogrammen.
„Leistung macht Schule“ ist eine auf zehn Jahre angelegte Bund-Länder-Initiative, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Mit insgesamt 125 Millionen Euro, 850 beteiligten Schulen in 104 Schulnetzwerken und begleitet von einem bundesweiten interdisziplinären Forschungsverbund setzt die Initiative Maßstäbe für großangelegte Schulentwicklungsprojekte.
Das Arbeitstreffen unterstreicht: „LemaS-Transfer vom Ende her denken“ bedeutet keinen Abschluss, sondern den Anschluss in nachhaltige Strukturen, in tragfähige Netzwerke und in eine Schulentwicklung, die Potenziale aller Schülerinnen und Schüler konsequent in den Blick nimmt.












