Wissensordnungen im Fokus: LemaS-Transfer bei der AEPF 2026
Vom 28. bis 30. September 2026 kamen an der Universität Bielefeld rund 300 Bildungsforschende zur 90. Tagung der Arbeitsgruppe für Empirische Pädagogische Forschung, AEPF, zusammen. Unter dem Leitthema Wissensordnungen beschäftigte sich die Tagung mit der Frage, wie Wissen erzeugt, strukturiert, legitimiert und weitergegeben wird. Aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen brachten Wissenschaftler:innen des Forschungsverbund LemaS-Transfer ihre Perspektive ein.
Wissensordnungen und Begleitforschung in LemaS-Transfer
Das Symposium „Wissensordnungen, empirische Zugänge und Akteursgruppen in LemaS-Transfer“ unter dem Chair von Prof. Dr. Gabriele Weigand, Koordinatorin des Forschungsverbunds, nahm unterschiedliche Perspektiven auf Wissensproduktion und Transfer in LemaS-Transfer in den Blick. Sabrina Syskowski, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team Begleitforschung von LemaS-Transfer kartierte mit einer Metadatenanalyse das Forschungsmosaik des Verbunds. Ihre Kollegin Juliane Zeiser betrachtete LemaS-Transfer aus Perspektive der Educational Governance und der Continuous-Improvement-Forschung und stellte erste Ergebnisse aus Fokusgruppen mit der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Initiative „Leistung macht Schule“ vor. Dr. Anne Bödicker, die ebenfalls als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Begleitforschung von LemaS-Transfer tätig ist,ergänzte die Perspektive von Schüler:innen und Familien auf schulische Herausforderungssituationen.
Diagnosebasiertes, individualisiertes Fordern und Fördern
Das Symposium „Die Wissensordnung im Projekt ‚Diagnosebasiertes, individualisiertes Fordern und Fördern (diFF)‘“ unter dem Chair von Prof. Dr. Christian Fischer, der diesen Schwerpunkt im Forschungsverbund verantwortet, untersuchte, wie Wissen im Projekt diFF entsteht, strukturiert und für Schulentwicklung nutzbar gemacht wird.
Pia Gausling, Dr. Christiane Fischer-Ontrup und Prof. Dr. Christian Fischer stellten die Kernelemente des diFF als projektbezogene Wissensordnung vor und zeigten, wie Erkenntnisse aus der ersten Förderphase die Gestaltung der Transferphase mitprägten. Iris Morgenstern untersuchte die Kernelemente der diFF-Lernarchitektur als Ordnungsinstrument für die schulische Praxis. Steffen Janke richtete den Blick auf die Evaluation der multiplikatorischen Fortbildungsprozesse und darauf, welche Aspekte von Professionalisierung dadurch empirisch sichtbar werden.
Professionalisierung von Lehrpersonen
Mit weiteren Beiträgen in Sessions zu Themen wie „Haltung und Steuerung im Lehrer:innenberuf“ oder „Lehrkräfte – Fortbildung und Professionalisierung“ war der LemaS-Transfer ebenfalls vertreten. Gemeinsam mit Maria Vrikki, Shirley Tan, Ban Heng Choy und Yuta Suzuki präsentierte Dr. Klara Kager, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Schwerpunkt Lesson Study, ein systematisches Review zu Potenzialen und Fallstricken von Design-Based Research im Kontext von Lesson Study. Die Analyse zeigt unter anderem, dass Design-Based Research bislang nur selten in der Lesson-Study-Forschung eingesetzt wird und Potenziale iterativer Forschungsprozesse noch nicht durchgängig ausgeschöpft werden. Anna Gensler, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Regionalzentrum West arbeitet, präsentierte zum schulpädagogischen Haltungsdiskurs. Prof. Dr. Karolina Urton, die das Regionalzentrum an der Universität Münster leitet, war mit weiteren Beiträgen zur Professionalisierung von Lehrer:innen bei der AEPF vertreten.
Die Beiträge bei der AEPF 2026 machten damit unterschiedliche Zugänge zum Tagungsmotto „Wissen|schaf[f]t|Ordnung? – Zur Dynamik von Wissensordnungen in erziehungswissenschaftlicher Forschung, Gesellschaft und Pädagogik“ sichtbar: von der Analyse des Forschungsverbunds über Perspektiven aus Bildungsadministration, Schule und Familie bis zur Professionalisierung von Lehrpersonen.




