Das Oberdinger Modell: Mündliche Kommunikation und Erzählen nach literarischen Vorbildern
Wie lässt sich Begabungs- und Leistungsförderung im Fach Deutsch konkret umsetzen? Einen eindrücklichen Einblick bot die Fortbildung am 30. April 2026 an der Staatlichen Realschule Mering im Rahmen des Schulversuchs „Talente21. Bestenförderung an bayerischen Realschulen“. Nach der Begrüßung durch Schulleiter Andreas Pimpl und einer Einführung durch den Verantwortlichen des Programms am Kultusministerium, Leitender Ministerialrat Konrad Huber, kam ein zentraler Beitrag aus dem LemaS-Kontext: Studienrätin Sotiria Kirchmann von der Staatlichen Realschule Oberding stellte das „Oberdinger Modell“ vor. Der Ansatz verbindet mündliche Kommunikation mit dem Erzählen nach literarischen Vorbildern und zeigt, wie sprachlich-rhetorische Kompetenzen gezielt gefördert werden können.
Bildunterschrift von links nach rechts: Claudia Althammer (Dominik-Brunner Realschule Poing, Transferschule), Gabriele Weigand (Leiterin des Forschungsverbunds LemaS-Transfer), Leitender Ministerialrat Konrad Huber, Iris Kirchmann (Realschule Oberding, Multiplikatorschule) Birgit Paster (ISB, ALP) und Martina von Gehlen (Regionalzentrum Süd)
Praxis aus der LemaS-Arbeit sichtbar gemacht
Die Staatliche Realschule Oberding ist seit Beginn Teil der Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“. In enger Zusammenarbeit mit PD Dr. Beate Laudenberg, die den Schwerpunkt Literarische Gespräche im Forschungsverbund seit der 1. Phase verantwortet, wurde das Konzept kontinuierlich weiterentwickelt. Die Präsentation machte deutlich, wie die Impulse durch LemaS und die Arbeit mit LemaS-P³rodukten zu einer hohen Motivation und Kreativität der Schüler:innen in Deutsch beitragen. Besonders sichtbar wurde, wie Schülerinnen und Schüler allein und in Gruppen durch komplexe Aufgaben im Literaturunterricht angeregt werden, ganz innovative Formate zu gestalten, die zeigen, wie sie ihre Ausdrucksfähigkeit, ihr Textverständnis und ihre Kommunikationskompetenz erweitern.
Multiplikation im Schulnetzwerk
Neben der Realschule Oberding stellte auch die Sigmund-Wann-Realschule Wunsiedel ihre durch LemaS zusätzlich inspirierte praktische Arbeit vor, indem sie etwa Talentgruppen in Französisch oder Tschechisch als zusätzliche Sprache anbieten. Beide Schulen sind seit 2018 Teil von „Leistung macht Schule“ und engagieren sich heute als Multiplikatorschulen für eine Stärkenorientierung in den bayerischen Schulnetzwerken. Damit übernehmen sie eine zentrale Rolle im Transfer: Sie geben ihre Erfahrungen aus der Unterrichts- und Schulentwicklung sowie im Umgang mit den LemaS-P³rodukten an weitere Schulen weiter und stärken so die begabungs- und leistungsfördernde Schulentwicklung in der Breite.
Vernetzung von Wissenschaft, Politik und Praxis
Die Veranstaltung in Mering brachte zentrale Akteur:innen aus Schule, Wissenschaft und Bildungspolitik zusammen. Auch die Leiterin des Forschungsverbunds, Prof. Dr. Gabriele Weigand, war vor Ort und begleitete den Austausch.
„Die Bestenförderung an bayerischen Realschulen trägt den LemaS-Gedanken bereits in die Breite. Denn Ziel dieses Schulversuchs ist es, alle Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, die „beste Version ihrer selbst“ zu werden. Gleichzeitig zeigen solche Formate die Stärke der Wissenschaft-Praxis-Brücke in LemaS: Forschungserkenntnisse und schulische Erfahrungen werden zusammengeführt, reflektiert und weiterentwickelt.“
Impulse für die Begabungsförderung im Fach Sprachen
Die Fortbildung machte deutlich, welches Potenzial in fachbezogener Begabungs- und Leistungsförderung steckt. Am Beispiel der Staatlichen Realschule Oberding wurde sichtbar, wie sprachliche Bildung durch gezielte didaktische Konzepte gestärkt werden kann. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig engagierte LemaS-Schulen als Impulsgeberinnen im Netzwerk sind. Sie tragen dazu bei, dass erfolgreiche Ansätze nicht an einzelnen Standorten bleiben, sondern in die Breite wirken.

